Für gesunde, regionale und klimafreundliche Ernährung.
© Stadt Oldenburg
Für gesunde, regionale und klimafreundliche Ernährung.
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Ernährung in Oldenburg

Die Ernährungsstrategie

Oldenburg hat eine Ernährungsstrategie. Sie wird von zwei Leitgedanken getragen:

  1. „In Oldenburg ist es für alle Menschen möglich, sich gesund, nachhaltig und mit Freude am Genuss zu ernähren.“

  2. „Ein nachhaltiges, widerstandsfähiges und sozial gerechtes Ernährungssystem wird für Oldenburg und Umgebung weiter aufgebaut und etabliert.“

Die Ernährungsstrategie legt den Fokus auf fünf Teilbereiche:

  • Außer-Haus-Verpflegung

  • Lebensmittelverschwendung

  • Ausbau von Mehrweg-Angeboten

  • Ernährungsbildung und Mitmach-Projekte

  • Regionale Wertschöpfung und Stadt-Land-Kooperation

Blick von oben auf den Marktplatz in Oldenburg. Foto: Mittwollen und Gradetchliev
© Mittwollen und Gradetchliev

EAT – gemeinsam regional genießen

Zu sehen sind fünf Menschen, die den Auftakt des Verbundprojektes „EAT – gemeinsam regional genießen“ feiern. Foto: Stadt Oldenburg
© Stadt Oldenburg

„EAT – gemeinsam regional genießen“ ist ein Verbundprojekt der Stadt Oldenburg mit vier Kooperationspartnern aus der unmittelbaren Nachbarschaft.

Konkreter Kern des Projektes: Einrichtungen der Außer-Haus-Verpflegung, wie Kantinen und Mensen, die ihr Verpflegungsangebot verändern möchten, können Beratungs- und Unterstützungsangebote erhalten. Gleichzeitig sollen Partnerschaften zwischen Landwirtschaft und Betrieben in der Region aufgebaut und gestärkt werden. Verbundpartner sind die Stadt Oldenburg, die Landkreise Wesermarsch und Oldenburg, der Ernährungsrat und die Regionalwert AG Bremen und Weser-Ems.

Das Projekt läuft bis zum 30. September 2027 und wird gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat.

Mehr zum Projekt gibt es auf der EAT-Projektwebsite » .

Große Wirksamkeit erreichen – durch die Außer-Haus-Verpflegung.

In Schulen, Kitas und Kantinen, aber auch in Einrichtungen für Seniorinnen und Senioren essen täglich sehr viele Menschen. Großküchen, die ihr Verpflegungsangebot verändern möchten, können dafür durch das Projekt Unterstützung in Form einer Vor-Ort-Beratung erhalten. Dabei geht es zum Beispiel um eine stärkere Ausrichtung an den Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), die Verarbeitung von mehr Bio-Lebensmitteln aus der Region oder die Vermeidung von Lebensmittelabfällen. Die zu beratenden Großküchen stellen mit ihrem Versorgungsvolumen einen großen Hebel dar, um eine entsprechende Wirkung zu erzielen. Die Rahmenkonzepte für Schul- und Kitaverpflegung in der Stadt Oldenburg sind sehr wichtige Anknüpfungspunkte für das Projekt, die für den Transfer in die Projektregion genutzt werden. 

Vernetzung und Informationsmanagement sind geplant, um verlässliche Partnerschaften zwischen regionaler Landwirtschaft und den Abnehmerbetrieben zu stärken.

Mensa- und Kantinenbesuchende sollen für die wertvolle Arbeit der regionalen Landwirtschaft und sensibilisiert werden.

Zu sehen sind Personen, die den Auftakt des Verbundprojektes EAT begehen. Sie stehen rund um einen Servierwagen mit Gemüse und Töpfen. Foto: Jörg Hemmen
© Jörg Hemmen
Zu sehen ist unverpacktes Gemüse (Salat, Möhren, Äpfel und Erdbeeren). Foto: Stadt Oldenburg
© Stadt Oldenburg

Im Herbst 2022 hat Oldenburg als erste deutsche Stadt die Glasgow-Erklärung zu „Ernährung und Klima“ unterzeichnet.

Die Glasgow-Erklärung „Ernährung und Klima“ richtet sich insbesondere an Kommunen und Bundesländer. Die jeweilige Stadt oder Region erklärt, dass sie sich der Bedeutung des Bereichs Ernährung im Klimaschutz bewusst ist. In zwölf Punkten wird die Anerkennung der komplexen Zusammenhänge und die Doppel-Rolle als Verursacher und besonders vulnerabler Bereich deklariert. Die Glasgow-Erklärung „Ernährung und Klima“ enthält darüber hinaus drei Selbstverpflichtungen für die Unterzeichnenden:

  • die Konzeption von „ganzheitlichen Ernährungsstrategien und -politiken“ als Schlüsselinstrument für Klimaschutz und Klimaanpassung;

  • das Ziel, Emissionen aus dem Bereich Ernährung zu senken;

  • Impulse an die übergeordneten Verwaltungsebenen geben, um Rahmenbedingungen zu verbessern.

Hintergrund zur Ernährungsstrategie

Zur Entstehung der Ernährungsstrategie

Im Jahr 2023 wurde eine umfangreiche Fachbeteiligung durchgeführt: Ernährung ist ein Thema mit vielen Facetten und fachlichen Perspektiven wie beispielsweise Gesundheit, Prävention, Klimaschutz, Umwelt und regionale Entwicklung. Deshalb ist die Beteiligung sowohl von Fachleuten als auch von Bürgerinnen und Bürgern wichtig. In vier Arbeitsgruppen brachten 50 Expertinnen und Experten aus Verwaltung, Verbänden, Bildungseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen ihr Wissen und ihre Perspektive ein und entwickelten ein Bündel von Maßnahmen für eine gesunde und nachhaltige Ernährung in Oldenburg. Die Stadt Oldenburg dankt allen Beteiligten für das Engagement und den fundierten Beitrag, der für die Strategieentwicklung geleistet wurde.

Der Rahmen der Ernährungsstrategie

Oldenburgs Ernährungsstrategie hat viele Verknüpfungen zur Landesebene. Im Jahr 2021 wurde die Ernährungsstrategie des Landes Niedersachsen unter dem Titel „Unser Rezept für die Zukunft!“ » veröffentlicht. Die Vereinbarung „Der Niedersächsische Weg” » zwischen dem Land Niedersachsen, den Landesverbänden von NABU und BUND, dem Landvolk und der Niedersächsischen Landwirtschaftskammer wurde ebenfalls 2021 veröffentlicht und beinhaltet ein Maßnahmenpaket für den Natur-, Arten- und Gewässerschutz. Beide Dokumente bilden einen sehr wichtigen Rahmen für Oldenburgs Ernährungsstrategie. 

Auch das 2020 erschienene Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichem Verbraucherschutz (WBAE) mit dem Titel „Politik für eine nachhaltigere Ernährung” » war eine wichtige Orientierung für die Erarbeitung von Oldenburgs Ernährungsstrategie. Die für die Strategie verwendete Idee einer nachhaltigen Ernährung basiert wesentlich auf der Definition der WBAE.