Text „Für eine nachhaltige Wirtschaft in Oldenburg.“ mit Foto von einem Banner mit Text „klip – Oldenburger Klimapreis für Unternehmen mit Verantwortung.“
© Sascha Stüber
Text „Für eine nachhaltige Wirtschaft in Oldenburg.“ mit Foto von einem Banner mit Text „klip – Oldenburger Klimapreis für Unternehmen mit Verantwortung.“
© Sascha Stüber

Oldenburger Unternehmen mit dem Klima-Innovations-Preises „klip“ ausgezeichnet

Der Klima-Innovations-Preis „klip“ ist der Oldenburger Klimapreis für Unternehmen: Ausgezeichnet werden Betriebe, die ökologisch verantwortliches Handeln mit wirtschaftlichem Erfolg verbinden und mit innovativen Ideen, Technologien oder Projekten auch über das eigene Unternehmen hinaus Wirkung entfalten. Der Wettbewerb ist in drei Kategorien nach Unternehmensgröße gegliedert (klein, mittel, groß) – von kreativen, ressourcenschonenden Ansätzen bis hin zu Leuchtturmprojekten im großen Maßstab. Bewertet wird durch eine unabhängige Jury nach Innovation, Wirkung, Übertragbarkeit und Vorbildcharakter.

„klip“ 2026

Mit dem Klima-Innovations-Preis „klip 26“ hat die Stadt Oldenburg erstmals Unternehmen ausgezeichnet, die mit innovativen Ideen und konkreten Maßnahmen einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Preisverleihung fand am 11. März 2026 im Alten Rathaus statt.

Der Preis wird von der Wirtschaftsförderung der Stadt Oldenburg ausgelobt. Ziel ist es, herausragendes Engagement der lokalen Wirtschaft sichtbar zu machen, Vorbilder hervorzuheben und andere Unternehmen zur Umsetzung eigener Klimaschutzmaßnahmen zu motivieren.

Insgesamt 16 Oldenburger Unternehmen hatten sich mit Projekten aus unterschiedlichen Bereichen beworben – darunter Energieeffizienz, nachhaltige Mobilität, klimafreundliche Produktion und Kreislaufwirtschaft.

Eine unabhängige Fachjury aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kammern, Klimaschutzexpertise und Stadtverwaltung bewertete die eingereichten Projekte anhand mehrerer Kriterien. Dazu gehörten unter anderem Innovation, langfristige Wirkung, Vorbildcharakter, gesetzlicher Mehrwert sowie die Kommunikation der Maßnahmen.

Preisverleihung des „klip 26“ im alten Rathaus
© Sascha Stüber

Gewinnerinnen und Gewinner des „klip 26“

Auszeichnung von Käthe Kaffeerösterei GmbH in der Kategorie kleine Unternehmen mit dem „klip 26“
© Sascha Stüber
Kategorie „Kleine Unternehmen“:
Käthe Kaffeerösterei GmbH

Die Käthe Kaffeerösterei GmbH wurde für ihre besonders energieeffiziente Rösttechnologie ausgezeichnet. Durch den Einsatz innovativer Fluidbed-Technologie kann der Energieverbrauch beim Rösten deutlich reduziert werden, wodurch auch die CO₂-Emissionen erheblich sinken. Die Jury würdigte insbesondere die Kombination aus technischer Innovation, unternehmerischer Eigeninitiative und messbarer Klimawirkung.

Mehr erfahren »

Steckbrief – Käthe Kaffeerösterei GmbH

Projekt: Klimafreundliche Spezialitätenrösterei mit innovativer Fluidbed-Technologie

Unternehmensdaten

Unternehmen: Käthe Kaffeerösterei GmbH Adresse: Kaiserstraße 28, 26122 Oldenburg Branche: Kaffeerösterei Unternehmensgröße: Kleines Unternehmen (< 50 Mitarbeitende)

Ziele und Motivation

Die Käthe Kaffeerösterei verfolgt das Ziel, die Herstellung von Spezialitätenkaffee entlang der gesamten Wertschöpfungskette ökologisch, sozial und wirtschaftlich verantwortungsvoll zu gestalten. Nachhaltigkeit wird dabei nicht als Zusatz, sondern als strategisches Kernelement des Geschäftsmodells verstanden. Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise, klimatischer Risiken im Kaffeeanbau und volatiler Märkte setzt das Unternehmen bewusst auf Energieeffizienz, faire Handelsstrukturen und technologische Innovation. Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit werden als sich gegenseitig verstärkende Faktoren betrachtet.

Projektbeschreibung

Kern des Projekts ist der Aufbau einer modernen, klimafreundlichen Kaffeerösterei, die Anfang 2024 in Betrieb genommen wurde. Zentrales technisches Element ist ein innovativer Fluidbed-Kaffeeröster mit integrierter Abluft-Filteranlage. Im Vergleich zu herkömmlichen Trommelröstern zeichnet sich dieses System durch einen deutlich geringeren Energieverbrauch, eine hohe Wärmeausnutzung sowie eine drastische Reduktion von Emissionen und Partikeln aus. Ergänzt wird die technische Innovation durch den konsequenten Einsatz von biologisch zertifiziertem, direkt gehandeltem Rohkaffee.

Umsetzung

Das Projekt wurde vollständig durch die Gründer selbst geplant und umgesetzt. Nach der Konzept- und Planungsphase erfolgte die Auswahl und Integration der Rösttechnik sowie der notwendigen Filter- und Abluftsysteme. Die Umsetzung umfasste die Koordination aller beteiligten Gewerke, die Inbetriebnahme der Anlage sowie die Etablierung transparenter Prozesse für Beschaffung, Produktion und Qualitätssicherung. Parallel dazu wurden langfristige Partnerschaften mit Kaffeebauern aufgebaut, die auf ökologische Landwirtschaft, Permakultur und Direkthandel setzen.

Wirkung und Vorbildcharakter

Der eingesetzte Fluidbed-Röster erreicht im Vergleich zu konventionellen Systemen eine Energieeinsparung von rund 30 bis 40 Prozent und reduziert Feinstaub-, Gas- und Partikelemissionen um über 90 Prozent. Damit wird ein besonders energieintensiver Verarbeitungsschritt deutlich klimafreundlicher gestaltet. Darüber hinaus stärkt das Projekt faire und resiliente Lieferketten, indem Zwischenhandel vermieden und Produzenten langfristige Planungssicherheit erhalten. Mit einem Investitionsvolumen von rund 80.000 Euro zeigt das Projekt, dass auch kleinere Unternehmen durch Mut zur Innovation und Kooperation wirksame Beiträge zum Klimaschutz leisten können. Die Kaffeerösterei fungiert damit als Impulsgeber für eine nachhaltigere Ausrichtung der Kaffeebranche.

Auszeichnung von Schweigatz Heizungs- und Sanitärbau GmbH in der Kategorie mittlere Unternehmen  mit dem „klip 26“
© Sascha Stüber
Kategorie „Mittlere Unternehmen“:
Schweigatz Heizungs- und Sanitärbau GmbH

Das Unternehmen Schweigatz Heizungs- und Sanitärbau GmbH überzeugte mit seinem Konzept „Das Powerteam“. Dabei werden Wärmepumpen- und Photovoltaiklösungen als integriertes System angeboten. Dieser Ansatz ermöglicht Kundinnen und Kunden, Energiekosten deutlich zu reduzieren und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Jury hob insbesondere die strukturelle Wirkung des Geschäftsmodells hervor.

Mehr erfahren »

Steckbrief – Schweigatz Heizungs- und Sanitärbau GmbH

Projekt: Das Powerteam – Integrierte Wärmepumpen- und Photovoltaiklösungen aus einer Hand

Unternehmensdaten

Unternehmen: Schweigatz Heizungs- und Sanitärbau GmbH Adresse: Fuldastraße 38, 26135 Oldenburg Branche: Energie- und Umwelttechnik / Heizungs- und Sanitärhandwerk Unternehmensgröße: Mittleres Unternehmen

Ziele und Motivation

Mit dem Projekt „Das Powerteam“ verfolgt die Schweigatz Heizungs- und Sanitärbau GmbH das Ziel, den strukturellen Wandel von fossilen Heizsystemen hin zu erneuerbaren Energielösungen aktiv mitzugestalten. Das Unternehmen reagiert damit sowohl auf die klimapolitischen Anforderungen als auch auf die wachsende Nachfrage privater Haushalte nach ganzheitlichen, wirtschaftlich attraktiven Energielösungen. Ziel ist es, Kundinnen und Kunden integrierte Systeme aus Wärmepumpe und Photovoltaik anzubieten, die Energieverbrauch, Kosten und CO₂-Emissionen deutlich reduzieren und zugleich langfristige Versorgungssicherheit schaffen.

Projektbeschreibung

Kern des Projekts ist die Integration bislang getrennter Gewerke zu einem ganzheitlichen Leistungsangebot. Schweigatz vereint die Planung, Installation und Inbetriebnahme von Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern in einem eigenen interdisziplinären Team. Kundinnen und Kunden erhalten dadurch eine vollständig abgestimmte Lösung „aus einer Hand“, die technisch effizient, energetisch optimiert und wirtschaftlich vorteilhaft ist. Das Projekt richtet sich insbesondere an private Haushalte und ergänzt das bisher stark gewerblich geprägte Tätigkeitsfeld des Unternehmens.

Umsetzung

Zur Umsetzung wurden neue Kompetenzen gezielt in den Betrieb integriert. Neben den Anlagenmechanikerinnen und -mechanikern wurden Elektriker, MSR-Techniker und Kältetechniker in das Unternehmen eingebunden. Parallel dazu wurden Einkaufsprozesse, Arbeitsabläufe und Logistik kontinuierlich optimiert. Begleitet wurde der Transformationsprozess durch eine umfangreiche Marketingkampagne unter dem Namen „Das Powerteam“, die unter anderem Fahrzeugbeschriftungen, Messeauftritte und eine angepasste Webpräsenz umfasste. Die gesamte Servicefahrzeugflotte wurde auf Elektrofahrzeuge umgestellt, die mit Strom aus der firmeneigenen Photovoltaikanlage geladen werden.

Wirkung und Vorbildcharakter

Durch die integrierten Lösungen können private Haushalte ihre jährlichen Energiekosten um rund 50 bis 80 Prozent senken. Gleichzeitig wird die CO₂-Emission im Vergleich zu konventionellen Heiz- und Stromsystemen bei vielen Haushalten um bis zu 80 Prozent reduziert. Neben der direkten Klimawirkung hat das Projekt auch eine starke strukturelle Wirkung: Es schafft neue Arbeitsplätze, stärkt regionale Handwerkskompetenz und zeigt, dass Klimaschutz und wirtschaftlicher Erfolg im Handwerk miteinander vereinbar sind. „Das Powerteam“ besitzt damit einen hohen Vorbildcharakter für andere Betriebe der Branche, die den Wandel zur erneuerbaren Energieversorgung aktiv gestalten wollen.

Auszeichnung von der Deutsche Post AG in der Kategorie große Unternehmen mit dem „klip 26“
© Sascha Stüber
Kategorie „Große Unternehmen“:
Deutsche Post AG

Ausgezeichnet wurde die Deutsche Post AG für ihr Projekt zur Elektrifizierung ganzer Zustellbezirke. Durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen wird die Zustellung in bestimmten Postleitzahlgebieten vollständig emissionsfrei durchgeführt. Das Projekt zeichnet sich insbesondere durch seine hohe Skalierbarkeit und den starken Vorbildcharakter aus.

Mehr erfahren »

Steckbrief – Deutsche Post

Projekt: Nachhaltigkeit greifbar machen – Elektrifizierung der Zustellung in Postleitzahlen

Unternehmensdaten

Unternehmen: Deutsche Post Adresse: An der Schmiede 10–12, 26135 Oldenburg Branche: Mobilität und Logistik Unternehmensgröße: Großunternehmen

Ziele und Motivation

Ziel des Projekts ist es, Nachhaltigkeit im Alltag sichtbar und verständlich zu machen. Die Deutsche Post reagiert damit auf das wachsende gesellschaftliche Bedürfnis nach klar kommunizierbaren und überprüfbaren Klimaschutzmaßnahmen. Statt abstrakter Emissionskennzahlen wird eine für Bürgerinnen und Bürger unmittelbar nachvollziehbare Einheit genutzt: die Postleitzahl. Die Aussage „100 % elektrisch in Ihrer PLZ“ schafft Transparenz, Vertrauen und Akzeptanz. Gleichzeitig stärkt das Projekt die Rolle der Deutschen Post als Vorreiterin für emissionsarme Logistik.

Projektbeschreibung

Kern des Projekts ist die vollständige Elektrifizierung zusammenhängender Postleitzahlgebiete. Hierfür werden operative Zustellbezirke strategisch so gebündelt, dass komplette PLZ emissionsfrei bedient werden. In Oldenburg betrifft dies insbesondere den inneren Stadtkern. Die Deutsche Post betreibt bundesweit bereits rund 35.000 Elektrofahrzeuge und etwa 40.000 Ladepunkte und ist damit größter privater Betreiber entsprechender Infrastruktur in Deutschland.

Umsetzung

Die Umsetzung erfolgt schrittweise und datenbasiert. Zunächst werden geeignete PLZ-Gebiete identifiziert und anhand von Kriterien wie Zustellvolumen, Kundendichte und technischer Machbarkeit priorisiert. Bestehende Elektrofahrzeuge werden gezielt umverteilt, um zusammenhängende emissionsfreie Flächen zu schaffen. Pilotprojekte in Hamburg und Berlin bestätigten die Praxistauglichkeit des Ansatzes. Anschließend erfolgte der Rollout auf weitere Regionen, begleitet durch kontinuierliches Monitoring und transparente Berichterstattung. Beteiligt sind mehrere Fachbereiche aus Betrieb, Infrastruktur, Nachhaltigkeit, Strategie und Vertrieb.

Wirkung und Vorbildcharakter

Innerhalb weniger als zwölf Monate stieg der Anteil vollständig elektrifizierter PLZ in Deutschland von 5 % auf 34 %. Jede dritte Postleitzahlregion wird heute emissionsfrei beliefert. In Oldenburg sind zentrale Innenstadtbereiche vollständig elektrifiziert und dienen als Best-Practice-Beispiel. Das Projekt reduziert CO₂e-Emissionen auf der letzten Meile erheblich, verbessert die Luftqualität und senkt die Lärmbelastung im urbanen Raum. Durch seine einfache Logik, Skalierbarkeit und Übertragbarkeit besitzt das Projekt hohen Vorbildcharakter für andere Logistikunternehmen und Städte. Es zeigt, dass strategische Planung und Ressourcenumverteilung entscheidende Hebel für wirksamen Klimaschutz sein können.

Besondere Erwähnung:
Besondere Erwähnung:

Eine besondere Erwähnung erhielt außerdem Ratatouille Catering für sein ganzheitliches Konzept klimafreundlicher Gemeinschaftsverpflegung für Kinder.

Ausblick: „klip 28“

Foto von verliehenem klip-Preis.
© Sascha Stüber

Der Klima-Innovations-Preis soll künftig regelmäßig vergeben werden. Die nächste Runde ist bereits in Planung: Die Bewerbungsphase für den Klima-Innovations-Preis „klip 28“ soll voraussichtlich im Frühjahr 2027 starten.

Unternehmen aus Oldenburg werden dann erneut die Möglichkeit haben, ihre Projekte und Maßnahmen zum Klimaschutz einzureichen.

Informieren Sie sich bereits jetzt zum „klip 28“ ».